Baden-Württemberg wird einen international besetzten Kongress zur Bologna-Reform veranstalten. Der Kongress soll im kommenden März in Stuttgart stattfinden. Dies teilte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 15. Oktober in Stuttgart mit. „Gut zehn Jahre nach den Bologna-Beschlüssen ist es nun Zeit für eine Zwischenbilanz. Ich will mit Experten aus dem In- und Ausland darüber sprechen, wie wir die Bologna-Reform weiterführen“, sagte Frankenberg. Wichtig sei es, die Studierenden an der Diskussion zu beteiligen.
„Es kann nicht darum gehen, die Bologna-Reform zurückzudrehen, sondern darum, ihr weiter zum Erfolg zu verhelfen“, so der Minister. Alle bisherigen Analysen sprächen deutlich dafür, stärker auf Qualität als auf Formalien zu achten und mehr Flexibilität in das System zu bringen. „Die Hochschulen müssen die Spielräume nutzen, die ihnen das System jetzt schon bietet. Dazu gehört eine Bandbreite von drei bis vier Jahren bei der Festsetzung der Regelstudienzeit für Bachelorstudiengänge“.
Die Hochschulen sollen dem Minister zufolge die grundlegende Methodik eines Fachgebiets stärker in den Vordergrund stellen und zu starke Spezialisierungen vermeiden. Studium und Prüfungen müssten klar strukturiert sein, um die Studierbarkeit zu sichern. Zugleich müsse es Freiräume für eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten geben. „Aber auch die Hochschulpolitik muss sich bewegen und insbesondere die starre zeitliche Obergrenze von fünf Jahren für aufeinander abgestimmte Bachelor- und Masterprogramme auf den Prüfstand stellen“, so der Minister.
Frankenberg betonte, bei der Debatte über mögliche Korrekturen dürfe man die Notwendigkeit der Bologna-Reform nicht aus dem Blick verlieren. „Bei gestiegenen und weiter steigenden Studierendenzahlen ist Bologna der einzige Weg, einer großen Anzahl von jungen Menschen zu einem akademischen Beruf zu verhelfen und gleichzeitig den Nachwuchs für Wissenschaft und Forschung zu sichern“, sagte der Minister.
