Mit nunmehr acht Projektstandorten ist unser Programm „Schülerinnen forschen“ letztes Jahr erfolgreich in seine zweite Runde gestartet. Es bietet Schülerinnen zwischen 13 und 16 Jahren die Möglichkeit, die Fächer Physik und Chemie außerhalb der Schule von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.
Solche Wege zu beschreiten, ist dringend geboten, um mehr junge Frauen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Denn noch immer befindet sich unter den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen von Frauen keiner aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Und nur 26 Prozent der Studienanfängerinnen in Baden-Württemberg entscheiden sich für einen MINT-Studiengang. Insbesondere bei ingenieurwissenschaftlichen Fächern wie Elektrotechnik und Maschinenbau ist der Frauenanteil mit rund zehn Prozent sehr niedrig.
Wir wissen heute, dass wir dem Fachkräftemangel mittelfristig nur erfolgreich begegnen können, wenn wir das Potenzial ausschöpfen, das Frauen auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Technik besitzen. Dazu bedarf es verstärkt geschlechtersensibler Lehr- und Lernmethoden auf allen Bildungsstufen, vom Kindergarten bis zur Hochschule. Die Ergebnisse aus dem Programm „Schülerinnen forschen“ können hierzu wichtige Ansätze liefern.
Klaus Tappeser
Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
